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ZDF aspekte

Diktatoren und Populisten - Stresstest fürs Völkerrecht

Erstausstrahlung: 24. Oktober 2025, 23:30

Laufzeit: 42 Minuten

Sender: ZDF

„80 Jahre UN – Jubiläum oder Stresstest?“ ZDF aspekte erzählt von einer Weltordnung zwischen Hoffnung und Erosion, von einer Institution, die zwischen Ohnmacht und Utopie neu definiert werden muss.

 

Die UNO wird 80 – ein Grund zum Feiern?


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Wie belastbar ist das Völkerrecht in einer Zeit, in der globale Krisen, Kriege und Machtverschiebungen durch die Mächtigsten die internationale Ordnung ins Wanken bringen? Der jüngste Austritt der USA aus einer Vielzahl internationaler Organisationen und Abkommen – dem Pariser Klimaabkommen, der Weltgesundheitsorganisation und dem UN-Menschenrechtsrat – hat das System weiter beschädigt.

 

Seine Verfechter argumentieren, es sei das Bollwerk gegen einen weiteren großen Krieg. Seine Kritiker argumentieren, es habe die Welt nicht vor den schlimmsten Verbrechen geschützt. Völkerrechtler sind sich uneinig darüber, ob das Völkerrecht von Anfang an einen Geburtsfehler hatte oder sich erst später in den Mechaniken des Vetorechts verfangen hat.

 

Es ist nun 80 Jahre her, dass in Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg und aus dem Wunsch nach internationalem Frieden und Sicherheit die Vereinten Nationen gegründet wurden. Am 24. Oktober 1945 haben die damaligen Siegermächte die UN-Charta in den USA unterschrieben. Heute steht die UNO unter Druck wie selten zuvor: Angriffskriege, Klimakatastrophen, Menschenrechtsverletzungen und ein blockiertes multilaterales System werfen die Frage auf, ob diese Weltordnung noch trägt – oder ob sie neu gedacht werden muss.

 

Jo Schück reist für ZDFaspekte zur UNO nach New York und trifft zentrale Akteur:innen aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Diplomatie. Er spricht mit der neuen Präsidentin der UN-Vollversammlung Annalena Baerbock über den Zustand und die Zukunft der Vereinten Nationen – und über Deutschlands Rolle in einem System, das unter dem Druck geopolitischer Interessen zunehmend handlungsfähig wirkt.

 

Die Völkerrechtlerin Heike Krieger, Professorin an der Freien Universität Berlin, ordnet die gegenwärtige Krise aus juristischer Perspektive ein. Sie analysiert die ursprüngliche Machtarchitektur der UN. Der Friedensforscherin Nicole Deittelhoff stellt Jo die Frage, wie relevant das Völkerrecht heute noch ist – und welcher politischen Reformen es bedarf, um wirksam Frieden und Gerechtigkeit zu sichern.

Wer kämpft noch für das Völkerrecht? Jo besucht u.a. Forensic Architecture in Berlin. Ein unabhängiges Kollektiv aus Architekt:innen, Jurist:innen und Aktivist:innen, das Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen mit wissenschaftlicher Präzision aufdeckt, dokumentiert und visualisiert. In Auseinandersetzung mit der Geschichte besucht Jo die Premiere von „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus am Burgtheater in Wien von Regisseur Dušan David Pařízek: Das Stück – eine bittere Abrechnung mit den Schrecken des Ersten Weltkriegs – thematisiert Desinformation, Kriegstreiberei und Menschenrechtsverletzungen und ist erschreckend aktuell.

 

Auch die junge Generation kommt zu Wort: Bei einem Workshop der aktuellen deutschen UN-Jugenddelegierten Sahra Rezaie und Dania Schulze kommt Jo Schück mit jungen Menschen ins Gespräch und erfährt von ihren Erwartungen, Zukunftsvisionen und der Rolle der Jugend in der internationalen Politik. Ergänzt wird die Perspektive durch den Experten für internationale Friedenseinsätze, Dr. Torsten Konopka, der einen kritischen Blick auf die Rolle der Bundeswehr bei UN-Friedensmissionen wirft.

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